Lesegefahr: Frisch gebacken!

Dieser Beitrag kommt frisch aus meinem Blog-Tiefkühler, vermengt mehrere halbgare Zutaten miteinander und backt zuhause beim Lesen das eine oder andere Thema frisch hoch.

Mit erstaunlicher Geschwindigkeit nähern wir uns den Weihnachtsfeiertagen. Die Vorboten in Form von Lebkuchen & Co. drücken sich schon seit Monaten in unseren Supermärkten herum. Höchste Zeit, endlich etwas gebacken zu bekommen. Denn auch das Jahresende drückt uns entgegen. Und alle guten Vorsätze dieses Jahres wollen noch in die Tat umgesetzt werden – ebenso wie die lästigen Pflichten, allen voran die Steuer:

 

Aufbacken oder hochbacken?

Bis es aber mit den Weihnachtsplätzchen losgehen kann, gibt es noch einiges anderes gebacken zu bekommen. Pizza zum Beispiel, oder das Nächstschlechtere: Tiefkühlpizza. Warb Dr. Oetker für „Die Ofenfrische“ früher noch mit „Backt frisch im Ofen auf“, so klang das irgendwie nach schnödem „Aufbacken“ und damit nach Fertigprodukt – im wahrsten Sinne des Wortes altbacken.

Ein neuer Slogan musste also her, der am besten noch ein bisschen heimelig-lecker-knusprig-frisch-und-einzigartig klingt. Herausgekommen ist dann dieses kürzlich erst wiederentdeckte Machwerk:

„Backt Zuhause frisch auf“

Mein Problem damit ist in erster Linie ein sprachliches:

  1. Pizza kann nicht backen, sondern sie wird gebacken; Das wäre sonst auch wirklich zu viel von ihr verlangt.
  2. „Zuhause“ wird hier als Adverb verwendet, und deshalb klein- oder „zu Hause“ geschrieben – das behauptet zumindest der Duden.
  3. Noch weniger als (sich selbst) zu backen, kann eine Pizza „hochbacken“, sondern bestenfalls beim Backen aufgehen – ein Umstand, der auch einem taz-Wortisten bereits süßsauer aufstieß.

Naja, egal – Hauptsache das Ergebnis ist klingt „frisch“!

Viel mehr als Pizzaessen

Jede Menge Pizza gab es auch bei der Atlassian User Group Karlsruhe, bei der ich über drei Jahre als Co-Organisator unterwegs war. Doch jetzt wird es langsam Zeit für mich, statt dampfend gelieferter Pizza und mindestens ebenso heißen Collaboration Tools wieder vermehrt andere Aufgaben anzufassen. Ich bin mir sicher, dass es auch in Zukunft ohne mich wieder spannende Vorträge und Treffen rund um Jira, Confluence & Co. geben wird!

Vorher treffen wir uns allerdings noch zum traditionellen AUG_KA-Glühweinumtrunk auf dem Karlsruher Christkindlesmarkt am Donnerstag, 14. Dezember 2017. Wer sich offiziell angemeldet hat, darf sich herzlich eingeladen fühlen, denn die erste Runde geht auf mich!

Geliefert statt aufgewärmt

Nicht nur Pizza kann bekanntlich geliefert werden, sondern auch Content. Im deutschsprachigen Blog von K15t Software gibt’s nun vermehrt meine ursprünglich englischsprachigen Beiträge rund um kollaborative Inhaltserstellung und Technische Redaktion auch auf Deutsch – u. a. kürzlich die Sieben Fallstricke für bessere Zusammenarbeit in Confluence.

Zum Knabbern

Etwas, das mir fast noch mehr am (Lebkuchen-)Herzen liegt, ist das Vorlesen. Diesmal darf ich das für Julia Schönborns tolles Podcast-Projekt „Stimmfarben“ tun. Da darf der Text auch gerne mal ein wenig düsterer, literarischer (und kryptischer) sein. Umso mehr freut mich, dass jetzt die von mir eingesprochene Kurzgeschichte „Wir sind viele“ auf der Stimmfarben-Website veröffentlicht wurde.

Geschmacklos und skandalös

Mein Wahnhinweise-Projekt feierte kürzlich praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit seinen 800. Beitrag – ganz unspektakulär, ohne Schampus oder Gebäck. Doch das ist noch nicht der Skandal, sondern vielmehr die Tatsache, dass es mir kürzlich gelang, eine plumpe, aber umso populärere Wahnhinweis-Fälschung aufzudecken.

Denn völlig arglos hatte ich einst folgenden Tweet weiter verbreitet:

Bei einem Besuch des Deutschen Technikmuseums gelang es mir jedoch kürzlich, im Lokschuppen das Original aufzuspüren und damit die schändliche Manipulation zu dokumentieren. Ist denn das folgende Schild nicht schon absurd genug?!

Ausgerechnet die gerade erst entlarvte Fälschung war übrigens vor rund einem Jahr der erste Eintrag vom Typ „Wahnhinweise 2.0“, als sich das Tumblr-Blog von der reinen Dreieck-Sammlung nun auch für wahnwitzige Schilder in allen Formen und Farben öffnete.

Und was lernen wir daraus? Lieber (sich) selbst ein Bild machen und auf Fälschungen verzichten. Besagter Lokschuppen ist auf alle Fälle einen Besuch wert.

Ach ja: „Abschlammen“ ist übrigens eine denkbar rustikale Reinigungsmaßnahme für den Kohlebehälter einer Dampflok.

Meisterklasse: Auf die Plätzchen!

Mit Volldampf ging es vor dem Jahresende aber für mich noch zu meinem Lehrauftrag nach Gießen – genauer gesagt zu den Master-Studierenden im Studiengang trmd. Gemeinsam haben wir dort den süßen Teig der Technischen Dokumentation geknetet. Dazu verwenden wir nur die feinsten Zutaten und mit Enlite das beste kollaborative Redaktionswerkzeug – das behaupte nicht nur ich, das sagen übrigens auch andere!

Klar, dass es passend zur Nikolauswoche auch für die Studis Geschenke gab – und sei es nur das Geschenk des Wissens. Und in diesem Sinne wünsche ich uns allen ein fröhliches Gebackenbekommen!

Als Vermittler zwischen Mensch und Technik verfüge ich über jahrelange berufliche Erfahrung in der Technikkommunikation, im Produktmarketing sowie im technischen Consulting für Atlassian-Produkte. Mein Herz schlägt für kollaborative Werkzeuge und Schreibprozesse der nächsten Generation, für Sachtexte und deren Wirkung, aber auch für Sprache – insbesondere wenn's um das Vorlesen geht. Vorsicht, Lesegefahr!

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